Man kann ja nicht gerade behaupten, dass die zwei Hauptschreiber in diesem Blog auf den Kopf gefallen wären. Doch heute zu den drei Affen aufzubrechen spricht nicht gerade für ihre Weisheit. Es war unser letzter Tag in Japan und das allerletzte Wetter in ganz Japan.
Man weiss ja ob der japanischen Kunst, eine Sache zu kopieren und dabei noch besser machen zu können, um sie schliesslich der Vollkommenheit ein Stückchen näher zu bringen. Ähnliches erlebten wir heute mit Regen und Kälte, denn an unserem letzten Tag herrschte das perfekte Sauwetter.
Unser heutiges Ziel, Nikko, liegt etwa 140 km nördlich von Tokyo. Das letzte Mal Shinkasen fahren, das letzte Mal mit 250 Sachen durch Japans Pampa brettern. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir fast die einzigen waren, die dem Wetter trotzten. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch Nikkos Perepherie und nachdem ich mich bei einem ehrwürdig dreinblickendem japanischen Mütterchen nach dem rechten Weg erkundigt hatte erreichten wir den Nikko Nationalpark (UNESCO Weltkulturerbe) mit seinen unzähligen Schreien und jenen drei Affen, die jedem bekannt sind und wegen denen wir mitunter hier her gekommen waren.
In diesem Nationalpark befindet sich u. a. das Mausoleum des ersten Shoguns Japans Tokugawa Ieyasu (in der Fernsehreihe Shogun mit Richard Chamberlain hat eben dieser Shogun den Namen Fürst Toranaga), der das damaligen Edo, das heutige Tokyo, nach der Machtübernahme zur Hauptstadt machte. Allein dieser Schrein versetzte uns aufgrund handwerklich meisterhaft verzierten Toren, Brunnen und Gebäuden oder dazu harmonisch wirkende und dennoch ebenso prunkvoll und mächtig erscheinende botanische Anlagen ins Staunen. Nicht umsonst besagt ein japanisches Sprichwort, dass man nie von Prächtigkeit sprechen sollte, solange man Nikko nicht besucht hat.
Und ab und dann vergassen wir Kälte und Regen.
Wir brauchten mehr als 3 Stunden, bis wir eben zu jenen 3 Affen kamen, die durch einfache Gestiken Wissen und Weisheit auszudrücken vermögen. Und da diese in unerwartet kleinen Schnitzereien untergebracht waren und als Zierde eines vollkommen unscheinbaren Nebenhauses dienten, blieben sie von dem einen oder anderen Besucher einfach übersehen.
Kaum zu glauben, dass drei simple Affen mit drei einfachen, fundamentalen Gesten und als Zierde auf einem eher unbedeutendem Gebäude die Welt zu derart kontroversem Nachdenken anregen konnte und auch heute noch tut. Die Affen stehen in Japan für: “Nichts Böses hören. Nichts Böses sehen. Nichts Böses sagen.” und nicht wie oft gelaubt dafür seine Umwelt zu ignorieren.