Also vorneweg möchte ich erstmal sagen, die Japaner geben einfach gute Ratschläge. Man sollte sie viel öfter beherzigen, dann käme man so manches Mal nicht so leicht in Schwierigkeiten. So habe ich heute am Bahnhof in Hakone folgendes Schild gesehen.
Ich find es genial. Aber warum waren wir in Hakone?
Wir wollten bevor wir Japan verlassen müssen nochmals zu jenem knapp 3.800 Meter hohem, kegelförmigen Berg, der vorrangiges Motiv unzähliger Japan-Werbeprospekte ist: Den Fuji-San (Fujiyama). Den letzten bekannten Grossausbruch des Fuji-San gab es am Anfang des 18. Jhd. Er gilt zwar als aktiv aber nicht unmittelbar gefährlich. Doch allein die Tatsache, dass er auf eben jenem “Feuerring” liegt, welcher für die unzählichen Erdbeben verantwortlich ist, die es im gesamten südostasiatischen Raum ständig gibt, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das Ding wieder etwas aktiver wird.
Das es da unten brodelt, davon konnten wir uns heute überzeugen. Den Fuji-San zu besteigen hätte 2 Tage in Anspruch genommen. Da wir aber unbedingt noch nach Nikko wollten und wir nur noch 2 Tage hier sind hat Martin uns eine alternative “Adventure-Route” rausgesucht.
Insgesamt 5 verschiedene Fortbewegungsmittel haben wir für diesen Rundgang auf Wasser und Land benötigt.

Unsere Reise begann mit dem Zug von Tokyo nach Hakone Yumoto, dann ging es mit dem Bus weiter nach Moto Hakone. Moto Hakone liegt am Lake Ashi.

Aus der Ferne betrachtet erkennt man, dass es sich um einen riesigen Kratersee handelt und wir heute mitten in einem Vulkan rumspaziert sind.
Von Moto Hakone ging es dann mit den Piratenschiff über den See nach Togendai weiter.
Schon von Moto Hakone hatten wir eine tolle sicht auf den Fuji-san.
Zum Glück haben wir schon am Morgen fleissig Fotos gemacht, dann am Spätnachmittag als wir auf dem Berg sassen zog es immer mehr zu und der Fuji-san war kaum noch zu sehen.
Nachdem wir mit dem Schiff in Togendai ankamen ging es mit der Gondel weiter und zwar direkt in die Hölle – zumindest roch es so. Auf dem Berg oben konnten wir nämlich Fumerole bestaunen.
Das hat sehr beeindruckend ausgesehen, doch sie verströmten einen penetranten, stechenden Duft nach faulen Eiern. In der Tat stellte sich bei uns beiden, obwohl wir nicht lange dort waren, durch den hohen Schwefelgehalt in der Luft kleine Reizungen in den Atemwegen ein. Und wenn wir gerade bei Eiern sind, in den Fumerolen, wurden Eier gekocht. Da der Schlamm durch den Schwefel sauer ist, färbte sich die Schale der Eier schwarz. Das war der Verkaufshit bei den Fumerolen.
Obwohl die Gegend touristisch sehr gut erschlossen ist, so gibt es doch Pfade, die man nicht einschlagen sollte.
Gerade heute war ein Pfad wegen eines Erdrutsches nicht begehbar.
Von den Fumerolen ging es dann mit Gondel, Seilbahn, Bergbahn und Shinkansen zurück nach Tokyo.
Morgen, an unserem letzten Tag, hoffen wir trotz schlechter Wettervorhersage, die drei Affen der Weisheit tockenen Fusses zu ereichen.