Heute hatten wir ein echtes Sauwetter. Nur Regen wäre ja noch gegangen, aber der Wind dazu war schon sehr lästig. Wir also bei einem Mordswind und ganz viel Wasser von oben erstmal zu Starbucks um zu frühstücken. Dort haben wir es dann zum erstenmal gesehen. Überzieher für Regenschirme.
Eigentlich eine praktische Sache, denn so ist im Cafe nicht alles so nass – schliesslich verpacken alle ihre Regenschirme. Über die Folgen für die Umwelt lässt sich sicher streiten. Ich glaube nämlich nicht, dass diese Teile wiederbenutzbar sind.
Nach dem Frühstück versuchten wir ein wenig zu shoppen. Leider mit mässigem Erfolg. In Japan gibt es in den Läden (zumindest in denen wir waren) nur Kleider in der Grösse 38. Das ist dann doch manchmal ein bizli knapp. Also Japanerinnen scheinen alle die gleiche Grösse zu tragen. Ich finde das sehr erstaunlich und habe mich gefragt, ob das auch mit den Schuhen so funktioniert
Ein wenig frustriert von unseren vergeblichen Bemühungen die zuviel getauschten Yen auszugeben (Japan ist doch viel günsiger, als alle immer behaupten) kamen wir zurück ins Hotel. Hier liessen wir uns vom Concierge ein Shabu-Shabu-Restaurant empfehlen und machten uns auf dem Weg dorthin. Shabu-Shabu ist die japanische Variante des Fondues.
Im Restaurant angekommen waren wir erstmal nicht sicher, ob wir überhaupt richtig sind. Der Eingang sah aus, wie der Flur eines traditionellen Japanischen Wohnhauses. Wir wurden von einigen Damen mittleren Alters in Empfang genommen. Alle traditionell in Kimonos gekleidet. Dann durften wir unsere Schuhe ausziehen und wurden in einen Raum gebracht, in der ein sehr niederer Tisch stand. In dem Raum waren dann auch nur wir. Jede Essensgesellschaft schien einen eigenen Raum zu bekommen.
Der Tisch war in der Höhe so, dass man sich eigentlich im Schneidersitz hätte davorsetzen müssen, doch unter dem Tisch, war der Boden etwas tiefer gelegt, so dass man bequem sitzen konnte. In gebrochenem Japenglisch bestellten wir dann ein Shabu-Shabu-Menü.
Zuerst bekamen wir als Vorspeise eine Sushivariation. Zwei der Stücke könnte ich dann aber doch nicht essen. Eines bestand aus zwei aufgepsiessten Baby-Tintenfischen (mit allem noch dran) und eines war offensichtlich eine Meerschnecke. Martin war da tapferer und hat alles aufgegessen.
Dann bekamen wir Sashimi, aber nicht mit Fisch sondern mit Rindfleisch. Also rohes Rindfleich, dass in eine Sosse aus Sojasosse, Senf und Knoblauch getunkt wurde. Das war sehr lecker.
Weiter ging es mit dem Hauptgang, dem Shabu-Shabu. Eine der netten Damen im Kimono zeigte uns wie es ging. Gemüse (auch Algen), Glas-, Undonnudeln und hauchdünne Rindfleischscheiben wurden in einem Fond gekocht. Dann wurde dazu eine Sosse angerührt aus Essig, Sesamsosse, Chili und anderen Dingen. Das war sehr lecker!
Dazu gab es immer Cha (grünen Tee) und Wasser.
Als wir mit dem Shabu-Shabu fertig waren, gab es noch in Essig eingelegten Rettich und Staudensellerie und von der Fonduebrühe zu trinken. Dazu servierte man uns einen Reiskuchen und ein Stück Melone.
Wir sind jetzt also auch kulinarisch entgültig in Japan angekommen!
Es war eine tolle Erfahrung und hat uns eindeutig geholfen, die überschüssigen Yen zu dezimieren.