Zwei Affen bei den Affen

Man kann ja nicht gerade behaupten, dass die zwei Hauptschreiber in diesem Blog auf den Kopf gefallen wären. Doch heute zu den drei Affen aufzubrechen spricht nicht gerade für ihre Weisheit. Es war unser letzter Tag in Japan und das allerletzte Wetter in ganz Japan.

Nicole und Martin im Regen in Nikko

Man weiss ja ob der japanischen Kunst, eine Sache zu kopieren und dabei noch besser machen zu können, um sie schliesslich der Vollkommenheit ein Stückchen näher zu bringen. Ähnliches erlebten wir heute mit Regen und Kälte, denn an unserem letzten Tag herrschte das perfekte Sauwetter.

Unser heutiges Ziel, Nikko, liegt etwa 140 km nördlich von Tokyo. Das letzte Mal Shinkasen fahren, das letzte Mal mit 250 Sachen durch Japans Pampa brettern. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir fast die einzigen waren, die dem Wetter trotzten. Nach einem gemütlichen Spaziergang durch Nikkos Perepherie und nachdem ich mich bei einem ehrwürdig dreinblickendem japanischen Mütterchen nach dem rechten Weg erkundigt hatte erreichten wir den Nikko Nationalpark (UNESCO Weltkulturerbe) mit seinen unzähligen Schreien und jenen drei Affen, die jedem bekannt sind und wegen denen wir mitunter hier her gekommen waren.

rote Brücke in Nikko

In diesem Nationalpark befindet sich u. a. das Mausoleum des ersten Shoguns Japans Tokugawa Ieyasu (in der Fernsehreihe Shogun mit Richard Chamberlain hat eben dieser Shogun den Namen Fürst Toranaga), der das damaligen Edo, das heutige Tokyo, nach der Machtübernahme zur Hauptstadt machte. Allein dieser Schrein versetzte uns aufgrund handwerklich meisterhaft verzierten Toren, Brunnen und Gebäuden oder dazu harmonisch wirkende und dennoch ebenso prunkvoll und mächtig erscheinende botanische Anlagen ins Staunen. Nicht umsonst besagt ein japanisches Sprichwort, dass man nie von Prächtigkeit sprechen sollte, solange man Nikko nicht besucht hat.

goldenes Tor in Nikko

Und ab und dann vergassen wir Kälte und Regen.

Wir brauchten mehr als 3 Stunden, bis wir eben zu jenen 3 Affen kamen, die durch einfache Gestiken Wissen und Weisheit auszudrücken vermögen. Und da diese in unerwartet kleinen Schnitzereien untergebracht waren und als Zierde eines vollkommen unscheinbaren Nebenhauses dienten, blieben sie von dem einen oder anderen Besucher einfach übersehen.

Die Affen der Weisheit

Kaum zu glauben, dass drei simple Affen mit drei einfachen, fundamentalen Gesten und als Zierde auf einem eher unbedeutendem Gebäude die Welt zu derart kontroversem Nachdenken anregen konnte und auch heute noch tut. Die Affen stehen in Japan für: “Nichts Böses hören. Nichts Böses sehen. Nichts Böses sagen.” und nicht wie oft gelaubt dafür seine Umwelt zu ignorieren.

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Fuji-san und faule Eier

Also vorneweg möchte ich erstmal sagen, die Japaner geben einfach gute Ratschläge. Man sollte sie viel öfter beherzigen, dann käme man so manches Mal nicht so leicht in Schwierigkeiten. So habe ich heute am Bahnhof in Hakone folgendes Schild gesehen.

Pfoten weg!

Ich find es genial. Aber warum waren wir in Hakone?

Wir wollten bevor wir Japan verlassen müssen nochmals zu jenem knapp 3.800 Meter hohem, kegelförmigen Berg, der vorrangiges Motiv unzähliger Japan-Werbeprospekte ist: Den Fuji-San (Fujiyama). Den letzten bekannten Grossausbruch des Fuji-San gab es am Anfang des 18. Jhd. Er gilt zwar als aktiv aber nicht unmittelbar gefährlich. Doch allein die Tatsache, dass er auf eben jenem “Feuerring” liegt, welcher für die unzählichen Erdbeben verantwortlich ist, die es im gesamten südostasiatischen Raum ständig gibt, ist es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann das Ding wieder etwas aktiver wird.

Das es da unten brodelt, davon konnten wir uns heute überzeugen. Den Fuji-San zu besteigen hätte 2 Tage in Anspruch genommen. Da wir aber unbedingt noch nach Nikko wollten und wir nur noch 2 Tage hier sind hat Martin uns eine alternative “Adventure-Route” rausgesucht.

Insgesamt 5 verschiedene Fortbewegungsmittel haben wir für diesen Rundgang auf Wasser und Land benötigt.

Karte mit Route

Unsere Reise begann mit dem Zug von Tokyo nach Hakone Yumoto, dann ging es mit dem Bus weiter nach Moto Hakone. Moto Hakone liegt am Lake Ashi.

Lake Ashi von oben

Aus der Ferne betrachtet erkennt man, dass es sich um einen riesigen Kratersee handelt und wir heute mitten in einem Vulkan rumspaziert sind.

Von Moto Hakone ging es dann mit den Piratenschiff über den See nach Togendai weiter.

Piratenschiff auf dem Lake Ashi

Schon von Moto Hakone hatten wir eine tolle sicht auf den Fuji-san.

Fuji-san vom Lake Ashi

Zum Glück haben wir schon am Morgen fleissig Fotos gemacht, dann am Spätnachmittag als wir auf dem Berg sassen zog es immer mehr zu und der Fuji-san war kaum noch zu sehen.

Nachdem wir mit dem Schiff in Togendai ankamen ging es mit der Gondel weiter und zwar direkt in die Hölle – zumindest roch es so. Auf dem Berg oben konnten wir nämlich Fumerole bestaunen.

Fumerole

Das hat sehr beeindruckend ausgesehen, doch sie verströmten einen penetranten, stechenden Duft nach faulen Eiern. In der Tat stellte sich bei uns beiden, obwohl wir nicht lange dort waren, durch den hohen Schwefelgehalt in der Luft kleine Reizungen in den Atemwegen ein. Und wenn wir gerade bei Eiern sind, in den Fumerolen, wurden Eier gekocht. Da der Schlamm durch den Schwefel sauer ist, färbte sich die Schale der Eier schwarz. Das war der Verkaufshit bei den Fumerolen.

Fumerole-Eier

Obwohl die Gegend touristisch sehr gut erschlossen ist, so gibt es doch Pfade, die man nicht einschlagen sollte.

Off Limits

Gerade heute war ein Pfad wegen eines Erdrutsches nicht begehbar.

Von den Fumerolen ging es dann mit Gondel, Seilbahn, Bergbahn und Shinkansen zurück nach Tokyo.

Morgen, an unserem letzten Tag, hoffen wir trotz schlechter Wettervorhersage, die drei Affen der Weisheit tockenen Fusses zu ereichen.

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Überzieher für Regenschirme und japanisches Fondue

Heute hatten wir ein echtes Sauwetter. Nur Regen wäre ja noch gegangen, aber der Wind dazu war schon sehr lästig. Wir also bei einem Mordswind und ganz viel Wasser von oben erstmal zu Starbucks um zu frühstücken. Dort haben wir es dann zum erstenmal gesehen. Überzieher für Regenschirme.

Überzieher für Regenschirme

Eigentlich eine praktische Sache, denn so ist im Cafe nicht alles so nass – schliesslich verpacken alle ihre Regenschirme. Über die Folgen für die Umwelt lässt sich sicher streiten. Ich glaube nämlich nicht, dass diese Teile wiederbenutzbar sind.
Nach dem Frühstück versuchten wir ein wenig zu shoppen. Leider mit mässigem Erfolg. In Japan gibt es in den Läden (zumindest in denen wir waren) nur Kleider in der Grösse 38. Das ist dann doch manchmal ein bizli knapp. Also Japanerinnen scheinen alle die gleiche Grösse zu tragen. Ich finde das sehr erstaunlich und habe mich gefragt, ob das auch mit den Schuhen so funktioniert ;-)

Ein wenig frustriert von unseren vergeblichen Bemühungen die zuviel getauschten Yen auszugeben (Japan ist doch viel günsiger, als alle immer behaupten) kamen wir zurück ins Hotel. Hier liessen wir uns vom Concierge ein Shabu-Shabu-Restaurant empfehlen und machten uns auf dem Weg dorthin. Shabu-Shabu ist die japanische Variante des Fondues.

Im Restaurant angekommen waren wir erstmal nicht sicher, ob wir überhaupt richtig sind. Der Eingang sah aus, wie der Flur eines traditionellen Japanischen Wohnhauses. Wir wurden von einigen Damen mittleren Alters in Empfang genommen. Alle traditionell in Kimonos gekleidet. Dann durften wir unsere Schuhe ausziehen und wurden in einen Raum gebracht, in der ein sehr niederer Tisch stand. In dem Raum waren dann auch nur wir. Jede Essensgesellschaft schien einen eigenen Raum zu bekommen.

Der Tisch war in der Höhe so, dass man sich eigentlich im Schneidersitz hätte davorsetzen müssen, doch unter dem Tisch, war der Boden etwas tiefer gelegt, so dass man bequem sitzen konnte. In gebrochenem Japenglisch bestellten wir dann ein Shabu-Shabu-Menü.

Zuerst bekamen wir als Vorspeise eine Sushivariation. Zwei der Stücke könnte ich dann aber doch nicht essen. Eines bestand aus zwei aufgepsiessten Baby-Tintenfischen (mit allem noch dran) und eines war offensichtlich eine Meerschnecke. Martin war da tapferer und hat alles aufgegessen.

Dann bekamen wir Sashimi, aber nicht mit Fisch sondern mit Rindfleisch. Also rohes Rindfleich, dass in eine Sosse aus Sojasosse, Senf und Knoblauch getunkt wurde. Das war sehr lecker.

Weiter ging es mit dem Hauptgang, dem Shabu-Shabu. Eine der netten Damen im Kimono zeigte uns wie es ging. Gemüse (auch Algen), Glas-, Undonnudeln und hauchdünne Rindfleischscheiben wurden in einem Fond gekocht. Dann wurde dazu eine Sosse angerührt aus Essig, Sesamsosse, Chili und anderen Dingen. Das war sehr lecker!

Martin beim Shabu-Shabu

Dazu gab es immer Cha (grünen Tee) und Wasser.

Nicole beim Shabu-Shabu

Als wir mit dem Shabu-Shabu fertig waren, gab es noch in Essig eingelegten Rettich und Staudensellerie und von der Fonduebrühe zu trinken. Dazu servierte man uns einen Reiskuchen und ein Stück Melone.

Wir sind jetzt also auch kulinarisch entgültig in Japan angekommen!

Es war eine tolle Erfahrung und hat uns eindeutig geholfen, die überschüssigen Yen zu dezimieren.

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Puppentheater in Osaka

Da die Informationsdichte in der japanischen Sprache höher ist, als im Deutschen könnte man annehmen, dass die japanischen Theaterstücke wesentlich kürzer sind. Eine Geschicht wäre so ja schneller erzählt, aber weit gefehlt. Das zumindest stellten wir heute im Bunraku-Theater in Osaka fest. Nach drei Stunden und nachdem alle Hauptprotagonisten Seppuku begangen hatten, haben wir uns entschlossen, die Vorstellung frühzeitig zu verlassen. Der Besuch des Theater war in mehrerlei Hinsicht ein ungewöhnliches und tolles Erlebnis, das in das Pflichtprogramm eines Osakabesuches gehört. Nicht nur, dass alle Protagonisten Puppen sind, so war auch das Verhalten der Japaner im Theater sehr interessant. als die erste Pause gegen 11:30 Uhr eingeläutet wurde, packten viele noch im Aufführungssaal ihr Mittagessen aus.

Essende Japaner beim Bunraku

Auch ein Nickerchen zwischendurch schien nicht unüblich zu sein. Geschnarcht hat jedoch keiner.

Nach dem Theater entschlossen wir uns in einem japanischen Schnellimbiss, Mittag zu essen. Dort mussten wir, bevor wir unser Essen an der Theke bestellen konnten, Essensmarken aus einem Automaten ziehn.

Automat im japanischen Schnellimbiss

Das Essen war sehr lecker und wir ziemlich hungrig. Daher gibt es auch nur ein Nachherfoto.

Essen Nachherfoto

Weiter ging es unser Gepäck holen und zum Bahnhof um nach Tokyo zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof entdeckten wir, dass die Tage in Japan länger sind als bei uns. Sie scheinen hier 26 Stunden zu haben.

26 Stundentag bei Starbucks Osaka

Wir also irgendwann im Zug und irgendwann später in Tokyo. Wir sind jetzt bei unserer letzten Japanstation angekommen, einem Hotel im Herzen von Stadtteil Ginza in Tokyo. Ginza ist im Stadtzentrum und Haupteinkaufsgebiet.

Ginza bei Regen und Nacht

Die Wetterprognose von letzter Woche hat sich als sehr zuverlässig erwiesen. Es hat wirklich den ganzen Tag geschüttet wie aus Eimern.

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Fütterung der Götterboten

Nach dem gewohnt stärkenden eurasischen Frühstück brachen wir dieses Mal zu früherer Stunde (dafür sind wir früher nach Hause gekommen, trotzdem waren wir kaputt und platt, d. h. das frühere Aufstehen hatte also folgliche keinen Sinn) ans Ende der Seidenstrasse auf. Dort angekommen tappten wir kräftig in der Kacke rum, denn unser Ziel war der Nara Wildpark mit sehenswerten Tempelanlagen und dem grössten Bronze-Buddha der Welt (doch dazu später mehr). Als wären wir nicht gut auf diesen Trip vorbeireitet gewesen tappten wir in den Häufchen Hirschköttel herum, denn in diesem Wildpark wimmelte es von frei herumlaufenden, handzahmen Hirschen. 1.200 Hirsche tummelten sich auf einer Fläche von etwas mehr als 4 qkm.

Nicole füttert einen Hirsch

Die Hirsche leben seit dem 8. Jhd in diesem Park und wurden damals angesiedelt, als Nara für kurze Zeit Hauptstadt war. Man verehrte sie seinerzeits als Götterboten. Die Jagd auf die Hirsche war strengstens verboten.

Martin streichelt einen Hirsch

Da es an jeder Ecke für ein paar Yen Hischfutterkekse zu kaufen gab, würden die Götterboten fleissig gefüttert – auch von uns.

Aber im Nara Wildpark gibt es nicht nur Hirsche, sondern eben auch Geschichte. So machten wir uns auf zum Todai-ji, eine buddhistische Tempelanlage,

Todai-ji und Kirschblüten

Der Todai-ji beherbergt auch den bereits erwähnten Buddha aus Bronze. Dieser Buddha ist 16 Meter hoch. Wie wir erfahren haben hat dieser schon 2 Mal(wegen Erdbeben und Bränden) seinen Kopf verloren, der dann ersetzt werden musste.

Daibatsu

Nachdem wir den Daibutsu bestaunt hatten ging es weiter zum Kasuga Taisha Schrein. Natürlich wurden wir die ganze Zeit von Hirschen begleitet. Das war wirklich schön.

Der Kasuga Taisha Schrein ist dadurch bekannt, dass er Vorbild für alle Tempel und Schrein in ganz Japan ist.

Kasuga Taisha Schrein

Ausserdem wird der Weg zum Schrein von 2000 Laternen gesäumt.

Kasuga Taisha Laternen

Im Schrein selber befinden sich weitere 1000 Bronzelaternen, die von Gläubigen gestiftet wurden.

Nach dem früheren Aufstehen, ganz viel Hischestreicheln und dem ganzen Sightseeing waren wir dann doch ziemlich kaputt und machten uns auf den Weg zurück nach Osaka. Genug für heute.

Dieser Beitrag wurde 2008-04-06 um 12:57 unter der Kategorie Geschichte, Westhonschu gespeichert. Du kannst Kommentare zu diesem Beitrag mit Hilfe vom RSS 2.0 Feed verfolgen. Du kannst einen Kommentar abgeben, oder ein Trackback von Deiner eigenen Seite.

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Das Kyoto-Protokoll

Nachdem wir bereits mehrere Tage in der östilichen Hauptstadt (Tokyo) verbracht haben, haben wir uns heute in die alte Hauptstadt aufgemacht (Kyoto). Damit sind wir voll in das alte Japan abgetaucht, in die Welt der Tempel, Geishas, Meikos, Shamisen….

Um gleich vorneweg einen Eindruck unserer Tour zu vermitteln hier die wichtigsten Stationen.

* Bahnhof Kyoto
* Higashi-Honganji
* Gion
* Gion Schrein
* Chion-in Tempel
* Nanzenji
* Philosopenweg
* Ginkakuji (Silberner Tempel)

Ja, das klingt viel, war es auch ;-)

Aber von vorne: Wir kamen am Bahnhof in Kyoto an, so wie einige tausend andere Touristen aus aller Welt, aber zumeist Japaner. Da der Bahnhof wegen seiner Halle schon als Sehenswürdigkeit gilt soll er nicht unerwähnt bleiben.

Bahnhof Kyoto

Von dort aus wollten wir eingentlich den Bus nach Gion, das alte Viertel, nehmen, aber auf die Idee kamen offenbar auch die x-tausend andere Touristen und so gingen wir dann zu Fuss. Das war auch gar nicht so schlecht, denn wenn man durch Kyoto läuft, kommt man an so vielen Tempeln und Schrein vorbei… wir kamen gar nicht nach mit anschauen.

Am Higashi-Honganji Tempel machten wir dann doch einen auserplanmässigen Halt.

Higashi-Hongaji

Weiter ging es nach Gion, doch auf dem Weg dorthin entschlossen wir in ein für Kyoto sehr ungewöhnliches Restaurant einzukehren. Das “Grand Café Olé“.

Grand Cafe Ole

Dort wurden wir extem überrascht, von dem leckeren Essen, der französischen Musik, der freundlichen Bedienung und den niedrigen Preisen. Es ist wirklich empfehlenswert. Vor allem, wenn man nach gut 2 Wochen Japan mal was essen möchte, was nicht nach Fisch schmeckt.
So gestäkt, glücklich und zufrieden ging es weiter nach Gion. Mein erster Eindruck von Gion: sehr schön, traditionell und vor allem voll. Man fühlt sich, wie an einem Samstagabend auf dem Canstatter Volksfest. Kaum zu beschreiben. Wir schlugen uns bis zum Gion Schrein durch. Eine herrliche Anlage.

Schrein von Gion

Von dort machten wir uns auf in Richtung Philosophenweg – eine der von meinem Reiseführer empfohlene Route. Auf dem Weg dorthin kamen wir allerdings noch an Chion-in Tempel vorbei. Wir waren zwar nicht drin, haben uns aber den wunderschön angelegten Garten angeschaut.

Garten des Chion-in

Einige Meter weiter – quer durch die Pampa – hatten wir es dann geschafft und den Philosophenweg erreicht. Bzw. dessen Anfang den Nanzenji Tempel. Puh Dann weiter den Philosophenweg entlang – wir und Hunderte andere Menschen.

Der krönende Abschluss sollte eigentlich der Ginkakuji sein. Da wir aber – das hatte ich noch nicht erwähnt – am Morgen erst gegen 11 Uhr aus den Federn gekommen waren, und so erst nach 18 Uhr am Tempel ankamen, waren die Tempeltüren leider schon verschlossen.

Ginkakuji von aussen

Darauf wies uns der mit dem weissen Pfeil markierte Herr höflichst mit der Bemerkung hin: Du kannst hier nicht vorbei.

Da wir keine Lust hatten die ca. 10 km zu Bahnhof zurück zu laufen, wagten wir es zum ersten Mal in Japan ein Taxi zu nehmen. Das klappte problemlos und war dazu noch sehr günstig, auch wenn die Fahrt insgesamt eine dreiviertel Stunde dauerte.

Eigentlich wollten wir den morgigen Tag ebenfalls in Kyoto verbringen. Da es allerdins heute schon soooooo voll war und morgen Sonntag, Tag der Familie, ist, müssen wir damit rechnen, dass es noch voller wird. So haben wir beschlossen Nara zu besuchen. Schliesslich war Nara auch mal Hauptstadt Japans, wenn auch nicht lange. Aber dazu morgen mehr….

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Luftige höhen und wieder Amerika

Für heute war ein Besuch im Bunraku-Puppentheater in Osaka vorgesehen. Doch leider war heute keine Vorstellung und so mussten wir unsere Pläne etwas ändern. Am kommenden Montag, an dem es in ganz Japan wie aus Kübeln schütten soll, werden wir hoffentlich zwei Plätze in der 11:00 Uhr-Vorstellung bekommen. Wir sind schon sehr gespannt.

Also machten wir uns auf den Weg zum Umeda Sky Building.

Umeda Skye Building

In luftigen 140 m Höhe, im sog. Floating Garden Observatory, soll man bei klarem Wetter eine schöne 360-Grad-Sicht auf Osaka erhalten. Wir wurden nicht enttäuscht. Doch der “Aufstieg” in den Floating Garden Observatory sollte uns überraschen, denn die ersten 140 Meter ging es in einem gläsernen Lift nach oben. Doch die eigentlichen Hämmer kamen noch und Leute, die an Höhenangst leiden, sollten sich wirklich zweimal überlegen, ob sie sich auf “freischwebende” Rollentreppen mit gläsernen Kuppeldächern trauen.

Umeda Skye Building Plattform von unten

Wir haben uns getraut.

Nicole und Martin auf der Umeda Sky Building Rolltreppe

Das ist schon ein ziemlicher Kick, auch wenn das Umeda Sky Buildung in Osaka nur halb so hoch ist wie der Landmark-Tower in Yokohama. Der absolute Knüller im Floating Garden Observatory ist jedoch die luftige Rundumsicht, ohne Schutz eines Daches oder Glasscheiben.

Osaka Skyline vom Umeda Sky Building aus

Nach ausgiebiger Betrachtung des Panoramablickes und reichlich weichen Knieen machten wir in einem Park am Umeda Sky Building, in dem es aufwärts-fliessenden Wasserfälle (!) gab – in Japan ist halt doch alles möglich – weitere Pläne für den Tag.

aufwärdsfliessende Wasserfälle

Also ging es als nächstes zum Schloss Osaka.

Oosaka jo

Doch leider verhinderten gewaltige Menschenmassen, die wohl für ein Konzert des japanischen Pendants zu Robbie Williams anstanden, dass wir näher zu Schloss Osaka kamen, so dass unsere Pläne ein weiteres Mal durchkreuzt wurden.

In Ermagelung weiterer Sehenswürdigkeit in Osaka (es gibt wirklich nicht sehr viele, was wohl daran liegen mag, dass Osaka im 2. Weltkrieg genauso kaputt bombardiert wurde wie viele andere japanische Städte) entschlossen wir uns den restlichen Tag im Universal Studios Japan zu verbringen,

Dream Team

wo wir u. a. den Terminator japanisch sprechen hörten oder mit Spiderman durch die Schluchten New Yorks Skyscrapers geschleudert wurden. Was das Kreischen von Frauen angeht, so kann ich weltmännisch anmerken, dass ich keinen Unterschied zwischen Nicoles und japanischem Frauenkreischen ausmachen konnte. Vielleicht auch deshalb, weil mir ständig jene zwei Worte über die Lippen kamen, mit denen im allgemeinen eine Bredouille ausreichend und erschöpfend beschrieben wird.

Morgen, am Samstag geht es nach Kyoto. Leider bricht mit dem morgigen Samstag auch unsere letzte Woche in Japan an.

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Von Samuraischwertern und Massenvernichtungswaffen unter Kirschblüten

Heute morgen, nach der ersten Nacht in Osaka und dem gewohnten eurasischen Frühstück, ging es mit dem Shinkansen in Richtung Westen in eine Stadt namens Himeji, die bekannt ist für eine der zehn erhaltenen Samuraiburgen Japans, Himeji-jo. Insgeheim heisst es, dass die Samuraiburg in Himeji die schönste von allen ist.

Himeji-jo mit Kirschblüten

Eine besonders schöne Geste war, dass ein Japaner von sich aus anbot, uns zusammen vor dem Himeji-jo und einer herrlicher Kirschblütenpracht zu fotografieren.

Martin und Nicole vor Himeji-jo

Wer den Fernseh-Fünfteiler Shogun mit Richard Chamberlain (Anjin-San) und Toshiro Mifune (Fürst Toranaga) kennt wird die Samuraiburg eventuell wieder erkennen, denn einige Szenen aus Shogun wurden hier abgedreht.

Nach einer ausgibigen Runde durch die Burg ging es mit dem Shinkansen weiter nach Hiroshima. Dort angekommen ging es sofort in Richtung Friedenspark.

Auf dem Weg zum Friedenspark

Direkt neben dem Nordeingang steht dort die Ruine der alten Industrie- und Handelskammer. Das Zinndach ist bei der Explosion der Atombombe in ca 100 m Enfernung wegeschmolzen.

Hiroshima Dome

Ein interessantes Bild in der ansonsten so ganz neue wiederaufgebauten Stadt.

Über eine T-förmige Brücke, die dem Piloten, der die Bombe abwarf als Zielorientierung diente, ging es dann in den Friedenspark. Dort haben Martin und ich erstmal die Friedensglocke geläutet und haben damit bekundet, dass wir auch für den Weltfrieden sind.

Martin und Nicole beim leuten der Friedensglocke

Dann ging es weiter zum Atombombenmuseum, oder wie es offiziel heisst “Peace Memorial Museum”. Das war sehr intessant, ich habe viel gelernt – werde mich allerdings mit geschichtlichen Fakten hier zurück halten. Neben den technischen Details wird man mit einer Vielzahl von Einzelschicksalen und grausamer Detailtreue konfrontiert. Es hat sich sehr gelohnt.

Alles in allem war es ein beklemmendes Gefühl. Die Zerstörungskraft war gewaltig, obwohl sie nach heutigem Stand der Technik jämmerlich zusammengeklemmptnert war. Die Bombe hätte unter “idealen” Umständen noch viel vernichtender sein können.

Hier eine Vorher-Nacher-Ansicht. Der gezeigte Bereich ist jedoch nur ein Ausschnitt.

Hiroschima Vorher und Nachher

Noch heute sterben jedes Jahr 5000 Menschen an den Spätfolgen der Bombe. Andererseits kann man sich im heutigen Hiroshima kaum noch vorstellen, dass erst gut 60 Jahre her ist, dass die Stadt total zerstört wurde. Man sieht es ihr nicht mehr an.

Die klassischen Ansichten von Hiroshima

Noch heute schreibt der jeweilige Bürgermeister von Hiroshima Protestnoten vor jedem erneuten Test einer Atombombe. Ob diese Gehör finden weiss ich nicht.

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Du kannst hier nicht vorbei (Teil 2), Hatari in Tokyo und schlafende Japaner

Gestern sind wir vom kalten Norden in die Mitte Japans, d. h. nach Tokyo zurück gereist und haben für die über 1.200 km schlappe 10 Stunden benötigt. Unglücklicherweise hatte der Shinkansen unerwartet über eine Stunde Verspätung. Die Fahrt an sich war relativ unaufregend,
einmal abgesehen, daß wir wieder mit knapp 250 Sachen durch Japans Prärie düsten. Leider sind alle Reisfelder des Nordens in diesen Monaten noch braun und unbewässert. Auf einigen lag sogar noch Restschnee. Liebend gerne hätte ich Japans, oft terassenförmig angelegte, Reisfelder im Norden Honshus einmal grün aund bewässert gesehen.

Wir kamen dann etwas später mit einer anderen Sache auf unsere Kosten. Wir erlebten einen Sonnenuntergang wie man ihn eigentlich nur bei Peter Jackson zu sehen bekommt.

Sonnenuntergang im Shinkansen zwischen Hachinohe und Tokyo

Es war allerdings alles andere als einfach aus einem superschnellen Shinkansen, dessen Pilot wegen der Verspätung ein schlechtes Gewissen zu haben schien, ein gutes Bild zu machen.

Abends gegen 20:00 Uhr kamen wir in Tokyo an und erlebten unerwartet aggresive Tokyoer. Wahrscheinlich kamen sie gerade von der Arbeit und gingen geradewegs zum alltäglichen Abendschoppen mit ihren Arbeitskollegen in die nächste Kneipe. Auf jeden Fall lief ein
Tokyoer Nicole in ihr europäisches Kinderrikscha (Size L) worauf sie ihm über den Fuß fuhr. Anstatt sich bei ihr zu entschuldigen brummte er sie in Toranaga-Manier an. Zum Unglück fuhr ich mit meinem Frauenrikscha (Size XL) etwas hinter Nicole und bekam die Szene nicht richtig mit.

Am nächsten Morgen, zum hanami fahrend, jenem Ereignis bei dem alle Kirschenbäume Japans ihre volle Blütenpracht präsentieren, zeigten sich in den U-Bahnen das übliche Bild: Japanische Geschäftsleute, die ein kurzes Nickerchen hielten und junge Japanerinnen, die auf ihren Handys das eine oder andere Spiel spielten. Fast glaube ich, daß der Begriff des Powernappings aus Tokyo stammt, denn wann immer wir in Tokyos U-Bahnen fuhren sahen wir gut gekleidete Japaner, die vor sich hindösten.

Im Ueno-Park angekommen und die volle weiße Pracht der Kirschbäume

Nicole und Martin beim hanami im Uenopark

genießend bemerkten wir, daß es zum Tokyoer Zoo nicht sehr weit war. Wenn es zwei Menschen gibt, die um die halbe Welt fliegen, um dann in einen Zoo zu gehen, dann sind das Nicole und ich, denn wir haben uns versprochen, solange zusammen zu bleiben, bis wir alle Zoos der Welt besichtigt haben. Damit uns die Zoos nicht ausgehen hat Nicole den Rahmen etwas erweitert und u. a. den Krüger- und Tsavo-Nationalpark kurzer Hand mit auf die Liste gesetzt.

Die wissen, was gut ist.

Immerhin ist Tokyos Zoo der älteste Japan und bekannt für seine zwei Pandabären, die es von China geschenkt bekam. In einem früheren Blog schrieb ich, daß sich früh morgens ganz Japan in der U-Bahn befindet und daß die eine Hälfte in die U-Bahn ein-, die andere ausstieg. Das war ein Irrtum. Denn nur die Hälfte aller Tokyoer befinden sich morgens in den U-Bahnen. Die andere Hälfte befindet sich im Zoo. Das Gedränge im Zoo, insbesondere vor dem Gehege der Pandas war mörderisch und vor allem war es laut. Ich als Panda-(Bärle) hätte bei diesem Lärm niemals Schlaf finden können. Und wenn Pandas eines brauchen, dann einen gesunden Schlaf, damit sie endlich mal die dicken Augenringe los werden.

Panda im Tokyo Zoo

Auf einem Rundgang um eine fünf-stöckige Pagode holte mich dann mein Traum ein, denn plötzlich tauchten drei Gestalten auf, die uns am Weitergehen zu hindern drohten. Während ich stehen blieb (wie im Traum) kam von hinten Nicole an mir vorbei (jetzt kommt die Auflösung des Traumes). Sie stellte sich vor mich hin, ging etwas in die Kniee, fächerte ihre Arme etwas zu Seite und
rief: “Aber jetzt. Husch, husch zurück ins Körbchen!”.

Du kannst hier nicht vorbei.

Überhaupt erwies sich Tokyos Zoo, obschon im Reiseführer als triest beschrieben, als sehr gelungen. Die Planer geben sich sehr große Mühe, was die Größe und Ausstattung der Tiergehege angeht. Einige ältere Anlagen sind sicherlich überholungsbedürftig und unangemessen. Deutlich ist der Eifer zu sehen mit dem die Verantwortlichen den Zoo modernisieren. Das eine oder andere Mal wurden Erinnerungen an den Loro-Parque auf Teneriffa oder die Wilhelma in Stuttgart wach.

Nach dem Besuch der hanami und dem Zoo ging es heute noch weiter nach Osaka, über 550 Kilometer weiter Richtung Westen. Zum ersten Mal sahen wir dabei den Fuji-San, mit seinen knapp 4.000 Meter der höchste Vulkan (und Berg) Japans.

1. Bild vom Fujisan

In Osaka angekommen – die Fahrt mit dem Shinkansen dauerte mit mehreren Stops 3 Stunden – es war bereits dunkel, präsentierte sich uns eine Millionenstadt, deren Skyline durch architektonisch abwechslungsreiche Formen und eindrucksvollen Illuminationen große Erwartungen für den morgigen Tag weckt. Osaka scheint nicht derart derb wie Tokyo, das mich persönlich lediglich durch seine Größe zu beeindrucken wußte. Osaka erscheint ganz anders. In dieser Stadt sprudelt das meiste Geld. Würde sich Osaka von Japan lossagen und Autonomie beanspruchen, wäre Osaka unter den zehn reichsten “Ländern” der Welt. Hier steckt, zumindest bei Nacht, protzige und dennoch majestätische Schönheit. Morgen machen wir zunächst einen Tagesausflug nach Himeji, zu Japans größter Samuraiburg und anschließend noch nach Hiroshima.

Aber jetzt wird es erst einmal Zeit, ins Körbchen zu gehen. Und zwar husch-husch, denn hier es inzwischen weit nach Mitternacht….

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Schneegestöber auf Moiwa Yama

Heute sind wir mal aus der Stadt rausgefahren. Als Ziel hatten wir uns Moiwa Yama ausgesucht, der mit seiner Höhe von ca 531 Metern einen schönen Blick auf die Stadt gewehren soll.

Wir fuhren also mit dem sogenannten Cablecar gen Südwesten aus Sapporo heraus. Diese Calblecars erninnerten sehr an die Strassenbahnen, die man in den Filmen sieht, die in San Fransisco spielen – echt uhrig.

Moriwa Yama von unten

Noch ist das Wetter gut.

Wir machten uns von der Haltestelle zu Fuss auf zu Talstation.

Martin vor der Talstaton

Noch ist das Wetter gut.

Dann ging es mit der Gondel nach oben und dann wurde es richtig cool, denn weiter ging es mit einem Schneemobilbus. Das hat so lustig geschaukelt.

Schneemobilbus

Das Wetter wurde schlechter.

Oben angekommen, hatten wir leider keinen Blick auf Sapporo, sondern nur auf eine weisse Wand. That’s Life. Wir waren im Schneegestöber.

Nicole im Schneegestöber auf Moriwa Yama

Was tut man also – wir haben was getrunken, noch kurz auf bessere Sicht gehofft – die leider nicht kam – und uns wieder auf den Weg nach unten gemacht.

Aus der Gondel gab es dann doch noch Momente mit einer Sicht auf Sapporo.

Sapporo aus der Gondel

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